Ältere Menschen wissen noch: früher, als man die Wohnung verließ, steckte man den Schlüssel unter den Teppich oder in den Briefkasten. Nur wenige hatten Gucklöcher und die Tür wurde bei jedem Klopfen oder Klingeln sofort aufgemacht. Das waren noch Zeiten!

Heute steckt keiner mehr seinen Schlüssel unter den Teppich. Die Zeiten haben sich geändert. Ein englisches Sprichwort "Mein Haus ist meine Festung" ist jetzt aktuell wie nie zuvor. Um die Wohnung von unerwarteten Gästen zu schützen, baut man einbruchsichere Türen ein.

Hier erfahren Sie, wie eine richtige einbruchshemmende Wohnungseingangstür sein soll. Sie lässt sich weder mit dem Brecheisen aufbrechen, noch kann das Schloss mit dem Winkelschleifer ausgeschnitten werden, man kann weder einen passenden Dietrich noch einen anderen Schlüssel finden, sie kann weder mit dem Autogenbrenner geschnitten, noch aus den Angeln gehebt werden. Solche Tür soll Ihr Haus und Ihr Vermögen sicher schützen. Außerdem soll sie über Wärme- und Schalldämmung verfügen, damit Sie das Klopfen der Nachbartüren und das Geschwätze im Flur nicht hören.

Was ist eine Sicherheitstür

Eine Sicherheitstür ist auf den ersten Blick nicht von einer normalen Tür zu unterscheiden. Sie bietet aber einen größeren Widerstand gegen Einbrecher. Die Einteilung der Sicherheitstür erfolgt nach Widerstandsklassen (Englisch Resistance Class - RC). Typische Merkmale von Sicherheitstüren sind Mehrverriegelungsschlösser und eine besonders enge Verbindung der Tür mit dem Rahmen. Außerdem sind die Beschläge von innen verschraubt, so dass ein Einbrecher diese nicht einfach abmontieren kann.

Vorteile bzw. Merkmale von Sicherheitstüren

Die Sicherheitstüren weisen gegenüber normalen Wohnungs- oder Eingangstüren deutliche Unterschiede auf:

  • So sind die Türzargen fest im Mauerwerk verankert. Bei normalen Türen werden diese oft nur in die Aussparung gedrückt und können von einem Einbrecher schnell entfernt werden.
  • Das Türblatt ist besonders stabil und massiv.
  • Die Sicherheitsschlösser (meist Zylinderschlösser) lassen sich nicht aufbohren, wie das bei normalen Türen der Fall ist. Die Beschläge sind von innen verschraubt, ein abmontieren durch einen Einbrecher ist also nicht möglich.
  • Verdeckt liegende Türbänder und Sperrstangen machen es unmöglich die Tür aus den Angeln zu heben.
  • Die innenliegenden Bänder befinden sich nicht nur beim Schloss, sondern verlaufen über die gesamte Breite des Türrahmens. Oft befinden sich im Band mehrere Stifte, welche die Tür an verschiedenen Stellen verschließt.
  • Verkleidungsleiste ist in die Türzarge nahtlos  integriert. Das erhöht die Festigkeit der Eingangstür um 20-30%.
  • Normale Türen haben oft Briefschlitze oder Katzenklappen. Diese sind ein Sicherheitsrisiko und dürfen an einer Sicherheitstür nicht angebracht werden.

Die Widerstandsklassen der Sicherheitstüren

Die Prüfnorm DIN EN 1627 regelt die Einteilung der Sicherheitstüren in sogenannte Widerstandsklassen. Früher war die Bezeichnung WK üblich. Seit September 2011 ist die Bezeichnung RC für Resistance Class üblich. Wenn die Sicherheitstür zusätzlich verglast ist, dann ist die DIN EN 356 für angriffshemmende Verglasung einzuhalten.

Widerstandsklasse RC 1N

RC 1 N (neu aufgenommen):

Keine Widerstandszeit angegeben. Es erfolgt keine manuelle Prüfung. Bei dieser Klasse ist der Schutz gegen Gewalteinwirkung begrenzt. Beim Test versuchen die Techniker die Tür von außen mit Werkzeugen zu öffnen. Als Schutz für den Eingangsbereich ist diese Klasse nicht geeignet. Die Anwendung beschränkt sich auf Fenster im Obergeschoss.

Widerstandsklasse RC 2N

RC 2N (neu aufgenommen):

Hier beträgt die Widerstandszeit 3 Minuten. Der erwartete Täter benutzt eine Zange oder einen Schraubendreher, um in die Wohnung zu gelangen. Die Verglasung greift er nicht an, so dass hier Standardfensterglas genügt.

Widerstandsklasse RC 2

RC 2 (nach dem alten System: WK2):

Widerstandszeit 3 Minuten. Der Täter arbeitet auch hier mit einfachen Werkzeugen. Anders als bei der vorherigen Klasse ist hier aber eine Sicherheitsverglasung nach EN 356 Vorschrift.

Widerstandsklasse RC 3

RC 3 (alt: WK3):


Widerstandszeit 5 Minuten. Bei diesen Türen wird ein Täter erwartet, der einen zweiten Schraubenzieher und einen Kuhfuß benutzt.

Widerstandsklasse RC 4

RC 4 (alt: WK4):

Widerstandszeit 10 Minuten. Diese Klasse richtet sich jetzt an erfahrene Täter. Diese benutzen Stemmeisen, Meißel, Hammer und versuchen die Türe mit einer Akku-Bohrmaschine aufzubrechen.

Widerstandsklasse RC 5

RC 5 (alt: WK 5):

Widerstandszeit 15 Minuten. Hier setzt der Einbrecher zusätzlich noch elektrische Werkzeuge ein, also zum Beispiel eine Bohrmaschine, Winkelschleifer (Scheibendurchmesser maximal 125 mm) oder Sägen. Die Verglasung muss nach EN 356 den Einbruchsversuch ebenfalls widerstehen.

Widerstandsklasse RC 6

RC 6 (alt: WK 6):

Widerstandszeit 20 Minuten. Bei dieser Widerstandsklasse sind die Einbruchswerkzeuge noch leistungsfähiger. Die Winkelschleifer dürfen zum Beispiel einen Durchmesser von bis zu 250 mm haben. Auch hier muss die Verglasung dem Angriff standhalten.

Sicherheitsschloss

Sicherheitsschloss

Natürlich ist ohne ein sicheres Schloss auch keine Sicherheitstür einbruchsicher. Folgende Merkmale weist ein Sicherheitsschloss auf.

  • Man kann ein umkodierbares Schloss bestellen. Das heißt im Fall eines Schlussverlusts oder einer Diebstahl, ist es möglich, ihn zu sperren und ohne das Schloss zu ersetzen den Code des Schlüssels zu ändern.
  • Es gibt Antiabdruckfunktion.
  • Die Schlösser sind durch Panzerglocken und dicke Metallplatten geschützt.
  • Die Schlüssel von einer einbruchsicheren Eingangstür werden an die Besitzer in einer festverschlossenen Tüte übergeben.

Was kann man noch hinzufügen? Die Konstruktion einer einbruchsicheren Tür besteht aus drei  Metallschichten, die Dicke reicht bis 10 cm, sie wird mit Querriegeln verstärkt. Gewöhnlich werden 3 Schlösser eingebaut: ein Zylinder, ein Zuhaltungsschloss und ein Geheimschloss. Solche Tür wird gewöhnlich grau oder blaugrau gestrichen, mit einer vandalengeschützter Farbe. Die Firmen, die solche Türen einbauen, geben normalerweise vertragsverbindlich auch eine Einbruchgarantie.

So können Sie Ihr Haus noch zusätzlich schützen

Mehrfachverriegelungsschlösser

Mehrfachverriegelungsschlösser

Diese Schlösser haben nicht nur einen Verriegelungspunkt, sondern mehrere. Meist sind es mindestens drei Riegel, welche die Türe verschließt, oft kommen sogar fünf oder sieben Riegel zum Einsatz. Das Besondere ist, dass diese nicht einzeln verschlossen werden müssen. Bei einem modernen Mehrfachverriegelungsschloss muss der Wohnungsinhaber nur einen Schlüssel drehen. Diese Schlösser kann der Interessent auch nachrüsten, doch in diesem Fall muss er jedes Schloss einzelnen verschließen und wieder aufsperren.

Schallschutztüren

Besonderheiten von Schallschutztüren

Schallschutztüren bestehen mindestens aus zwei, oft sogar aus mehreren Schichten. Türblätter, die nur aus einer Schicht bestehen, erreichen kaum die nötigen Dämmwerte. Das verwendete Prinzip bezeichnen Fachleute als Feder-Masse-System. Zwischen zwei Türschalen befindet sich eine Füllung, die als Feder dient und den Schall absorbiert. Diese Füllung kann zum Beispiel Mineralwolle sein.

Bei Schallschutztüren ist nicht nur der Aufbau wichtig, sondern auch die Abdichtung, denn der Schall dringt durch die kleinsten Öffnungen. Es kommen häufig spezielle Akkustikdichtungen zum Einsatz, welche den Spalt zwischen Türblatt und Zarge schalldicht verschließen. Für den Fußboden gibt es ebenfalls spezielle Dichtungen, die sich automatisch nach unten senkt, wenn sich die Türe schließt.

Sicherheitstür - zusätzliche Sicherung für Ihr Haus

Zusätzliche Sicherungen für Ihr Haus

Viele Einbrecher wollen schnell in das Haus gelangen und es auch schnell wieder verlassen. Wenn Ihnen eine Tür oder ein Riegel einen Widerstand entgegenbringt, geben Sie ihr tun häufig schnell wieder auf. Nützlich ist zum Beispiel ein Türspion. Sie erkennen sofort, wenn ein ungebetener Gast vor der Türe steht. Ebenso wichtig kann eine Gegensprechanlage sein. Besucher, die sich nicht melden sind verdächtig und sollten nicht eingelassen werden. Ein Querriegelschloss ist auch nützlich. Der Schlosskasten verläuft beinahe über die gesamte Breite des Türblatts, was das Aufhebeln der Tür deutlich erschwert.

Schwachstellen einer Tür

Worauf beim Kauf einer Sicherheitstür für die Wohnung achten?

Schwachstellen einer Tür

Eine Sicherheitstür sollte man am besten bei Fenster/Türbau-Firmen kaufen. Bei seriösen Anbietern bekommt man in der Regel eine gute Beratung samt Gewährleistungspflicht. Die wichtigsten Schwachstellen von der Tür sind natürlich das Türschloss und das Türblatt, aber auch die Verankerung durch Scharniere im Türrahmen spielt bei der Tür eine wichtige Rolle.

  1. Das Türblatt - es ist wichtig aus welchen Materialien die Tür besteht - am besten aus Stahl und mehreren Schichten. Eine gute Sicherheitstür soll gegen Gewalteinwirkung (zum Bsp. Treten) stand halten können. Ausserdem soll das Türblatt gegen Aufhebeln geschütz sein (Bandsicherung). Dafür baut man spezielle Haken ein, die in die Türzarge greifen und eine vertikale Bewegung verhindern.
  2. Der Türrahmen soll ebenfalls mit Stahlprofilen versehen werden - eine Türzarge, die mit Stahlankern mind. 30 cm tief im Mauerwerk befestigt ist und das Herausbrechen der Türe verhindert. Zusätzlich soll er mehrfach mit Einschwenksicherungen und Türbändern aus Stahl sowie Sperrleisten gesichert sein. Dies soll die Tür gegen dynamischen Belastungen und auftretenden Kräften schützen. Ein Aushebeschutz erschwert einen Einbruch zusätzlich.
  3. Das Türschloss - ein Sicherheitszylinder, der mit einem Kernziehschutz und einem Sicherheitsbeschlag versehen ist. Inzwischen zum Standard geworden ist eine Sicherheitstür mit Mehrfachverriegelung (mehrere Bolzen greifen in die Türzarge) mit integrierten Kraftkeilen und ein Aufbohrschutz.

Und vielleicht das Wichtigste. Mit einer Montage der Sicherheitstür sollte man am besten diejenigen betrauen, die diese Türen herstellen. Warum? Denn selbst die besten Sicherheitstüren können bis zu 40% ihrer Eigenschaften durch unsachgemäße Installation verlieren. Und wer,wenn nicht der Hersteller oder Fachhändler, ist besser als kein anderer über die Besonderheiten der Installation eines bestimmten Modells informiert?

Was kostet eine Öffnung einer Sicherheitstür durch Schlüsseldienst?

Öffnung einer Sicherheitstür

Ihre Sicherheitstür geht nicht mehr auf? In der Regel, zahlt man für die Öffnung einer Sicherheitstür durch Schlüsseldienst von 50,00 Euro bis 200 Euro inklusive Anfahrtskosten im Stadtgebiet. Der Preis ist abhängig von vielen Faktoren: die Uhrzeit, Wochentags oder Feiertags, ist die Tür zugefallen oder versperrt.

Bei einigen Haushaltsversicherungen ist die Inanspruchnahme eines Aufsperrdienstes einmal jährlich oder bis zu einem festgesetzten Betrag inkludiert. Allerdings muss man in den meisten Fällen die Versicherung informieren, bevor man einen Schlüsseldienst ruft, sonst kann die Versicherung die Bezahlung der entstandenen Kosten verweigern.